enny.de – Jahresrückblick 2015

erstellt am: 18.12.2015

Das Jahr ist nun fast zu Ende, Zeit zurückzublicken, wie es war und was war. Es war auf jeden Fall ein denkwürdiges Jahr – eines, das vieles verändert hat.

Ende April erschüttert ein starkes Erdbeben Nepal. Unsere Gedanken sind bei unseren Freunden dort, wir versuchen zu helfen – danke an alle die mit gespendet haben. In den folgenden Monaten wird China seinen Einfluss durch „finanzielle Hilfe“ massiv ausbauen. Tibeter werden daraufhin von Nepal nicht mehr als Flüchtlinge anerkannt. Indien ist über den Einfluss Chinas „besorgt“ und drosselt den Export von Nahrung, Diesel und Strom. Einige Stadtteile in Kathmandu müssen daraufhin mit 3h Strom am Tag auskommen, Essen wird teuer, an den Tankstellen muss mehrere Tage auf Sprit gewartet werden – bis heute. Das hat dramatische Auswirkungen für die arme Bevölkerung.

Bodnath

Wir sind im Juni nach Ungarn, weiter nach Serbien und Mazedonien bis Griechenland gefahren. Wir haben wirklich viele nette, offene und aufgeschlossene Menschen kennengelernt.

Jeder dieser Staaten baut gerade Grenzzäune oder hat diese bereits fertiggestellt. In Europa 2015.

Griechenland stand vor der nächsten Wahl. Die Griechen sind sauer, auf ihre Regierung, auf die EU und auf Deutschland – weil den falschen geholfen wird, den Banken. Sicherlich ist die Krise eine Folge von Misswirtschaft und Korruption – aber das interessiert den Ladenbesitzer nicht, der das Licht für jeden Kunden einschaltet und danach wieder aus, weil er sich den Strom für sein Geschäft nicht mehr leisten kann. Trotzdem sind die Griechen nett – irgendwie geht es immer weiter.

Wir fahren weiter nach Albanien. In einem Bergdorf sitzen wir mit einem Atheisten, einem Katholiken, einem Moslem und den 2 Braumeisterinnen vor einer Garagagenbrauerei und trinken Bier. Die Welt kann so einfach sein.

Tamare

Durch Montenegro fahren wir nach Bosnien/Herzegowina, nach Mostar.

Mostar

Links und rechts der Straße – Minengebiet. Vor 20 Jahren standen sich hier Christen und Moslems gegenüber, Nachbarn schossen auf Nachbarn. Jetzt ist vieles repariert, hoffentlich bleibt das so. Nach Hause fahren wir über Kroatien, Slowenien und Österreich. Auch dort stehen jetzt teilweise wieder Grenzzäune.

In der 2. Jahreshälfte kommen tausende Flüchtlinge nach Europa. Die Krisen der Welt sind nicht mehr irgendwo weit weg, sie kommen jetzt zu uns. Eine Folge der Globalisierung, die so wahrscheinlich keiner erwartet hatte. Der Hunger auf seltene Erden, Öl und Rohstoffe treibt ganze Länder in Afrika in den Bürgerkrieg und in hoffnungslose Armut. Nebenbei werden dadurch korrupte Regime finanziert, die das Volk gnadenlos unterdrücken.

Der nahe Osten brennt. Was hoffnungsvoll „arabischer Frühling“ hieß und von Europa und Amerika begrüßt und unterstützt wurde – endete in einem Chaos.  Länder wie Syrien, Teile des Irak, Jemen befinden sich  im Bürgerkrieg. Radikale Gruppen wie der IS können sich in den instabilen Gebieten ausbreiten. Die Menschen leiden. Die Arabische Welt nutzt diese Länder als Stellvertreter-Schauplatz. Der Iran und Saudi Arabien kämpfen und bomben für Ihre Interessen in Syrien und im Jemen. Amerika und Europa fliegen Luftangriffe in Syrien, Russland auch, nur leider nicht für dieselbe Sache. Viele Menschen sterben.

Jetzt sind die Flüchtlinge da, Zäune helfen wenig. Deutschland, Österreich und Schweden nehmen Tausende auf. Viele Staaten der EU verweigern die Aufnahme. Was ist eine Union dann wert? Die Zahl ist wirklich hoch, das macht vielen Menschen Sorgen, auch mir. Eine Verteilung auf die gesamte EU würde die Lage drastisch entspannen und ein Zeichen für eine tatsächliche Einheit setzen. Eine Union für die Verteilung von Fördermitteln, gibt es nur in einer Union in der auch die Risiken, Probleme und Herausforderungen verteilt werden. Ich denke wir brauchen faire Regeln, wer wie lange bleiben darf. Alle Länder der EU müssen mitmachen, die Staaten an den EU Außengrenzen, Länder die Flüchtlinge aufnehmen und Flüchtlingsorganisationen in den Krisen-Ländern müssen unterstützt werden. Das wird viel Anstrengung und Geld kosten, ist aber unvermeidbar. Jeder muss sich daran erinnern, dass hinter dem Wort „Flüchtlinge“ immer Menschen stehen – wie du und ich! Das es dabei auch Mistkerle gibt – stimmt, aber die gibt es überall. Die kulturellen Unterschiede werden eine Herausforderung sein, die auf allen Seiten Toleranz erfordern. Wir haben mit 2 Syrern Weihnachtspätzchen gebacken, es wahr lustig. Keiner ist islamisiert wurden, wir feiern trotzdem Weihnachten und das Christkind heißt immer noch Christkind.

In Deutschland wächst eine gefährliche Kultur heran. Einige denken, dass Sie Ihre Meinung nur mit Gewalt durchsetzen können. Einige haben keine Meinung und nehmen aus Angst und Unwissenheit eine vorgefertigte, dramatisieren diese und verkaufen Sie als Ihre eigene. Ich wünsche mir für 2016, dass jeder seine eigene Meinung sagen darf und das auch tut. Keiner sollte dafür verurteilt werden. Jeder muss aber auch andere Meinungen respektieren. Eine Parole ist keine Meinung, eine Beschimpfung übrigens auch nicht. Witze sind erlaubt.

Allen die uns kennen, wünschen wir eine schöne Weihnachtszeit, genießt die Zeit mit eurer Familie und euren Freunden. Feiert schön, betrinkt euch auch.
Rutscht gut in ein wundervolles, gesundes, glückliches und friedliches Jahr 2016.


Kirche

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2 Antworten zu “enny.de – Jahresrückblick 2015”

  1. Andi Bixn sagt:

    Enny…besser hätte ich dieses Jahr nicht zusammenfassen können! Ich wünsche mir zusätzlich noch, dass jeder Einzellne wieder mehr daran arbeitet anderen vertrauen zu schenken! Seit nicht eifersüchtig auf eure Nachbarn sondern freut euch für sie und feiert es ausgiebig mit ihnen! Wer in der Lage ist sich mit anderen für deren Erfolg zu freuen, wird dafür belohnt! Liebe und Freude sind Dinge die sich vermehren wenn man sie teilt!!!
    Enny…euch dreien auch ein besinnliches Fest und einen guten Rutsch in das neue Jahr!

  2. Sunni sagt:

    Toller Rückblick und Wünsche, die man nur teilen kann. Um ein wenig Leid auch hier in unserer Gegend zu mindern, hat mein Spendenaufruf für die Krebskinder von Jena immerhin 1.280€ gebracht. Auch dir, von dem ich genau weiß, es ist nicht die einzige Sache, für die du gespendet hast und es weiter tun wirst, DANKE! Euch Dreien ein frohes Fest, Glück und Gesundheit für 2016 und uns allen auf unserer EINEN Erde mehr Frieden!Dafür wünsche ich persönlich mir mehr Taten und weniger Worte! Sunni

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